In Warner Springs nehmen wir unseren ersten „Zero-Tag“ (also ein Tag, ohne Trailmeilen zu machen). Und den haben wir auch bitter nötig. Unsere Füße sind vom ständigen Laufen und vor allen von der erbarmungslosen Hitze aufgeschwollen. Da der Platz in den Schuhen also echt eng wird, müssen wohl neue Treter her.

Natürlich fällt es schwer die halbwegs neuen Trailrunner wegzuwerfen, aber der Unterschied zu neuen, zwei Nummern (!) größeren Schuhen in der Kombination mit Zehensocken ist enorm. Später stellt sich heraus, dass meine zurückgelassenen „Altras“ wohl eine neue Besitzerin gefunden haben. Ansonsten gibt es im Community-Center tatsächlich nicht viel zu tun, außer die elektronischen Geräte aufzuladen und beim Golf-Resort gut Essen zu gehen.

Die beiden darauffolgenden Tage sind recht schnell erklärt: Wir sind jeweils 17 Meilen gewandert, körperlich wieder komplett fertig gewesen, aber immerhin machen die Füße mittlerweile mit und die Blasen schwellen ab. Und dann kommen wir an dem berühmt, berüchtigten „Mikes-Place“. Mikes-Place ist ein Hiker-Treffpunkt mitten im Nirgendwo auf dem Anwesen von Mike. Da Mike nie da ist, überlässt er sein Grundstück ein paar Trail-Angeln und eben den ankommenden PCT-Wanderern.

Begrüßt wurden wir von „Smokey“, einem mexikanisch stämmigen, ehemaligen PCT-Wanderer, der uns ein wenig herumführt. Schnell wird klar: dieses Anwesen ist eine Mischung aus Hippie-Haushalt und Studententraum. Alles wirkt wild zusammengewürfelt und mehr oder weniger selbstgemacht.

Apropos selbstgemacht: Zuerst haben wir den Steinofen im Garten in Beschlag genommen und Pizza gebacken. Später kamen dann noch „Weird-Guy“ (trägt einen Plüsch-Hundeschwanz am Po) und „Zyklops“ (sieht so auf, wie der Name klingt) aus irgendeinem Ort zurück. Sie haben Bier und Soda mitgebracht und im Prinzip ist alles umsonst. Dennoch sollte man etwas Geld spenden, denn dafür werden zum Beispiel die Lebensmittel für die Pizza gekauft.
Alles in Allem ein komischer Ort, aber man will sich ja nicht beschweren. Am nächsten Tag werden wir mit 3 Tipps zum Umgang mit Ameisen („Ants are our friends“) wieder auf den Trail entlassen.