Zwischen eigenem Schweiß und Fünf-Sterne-Hotel

Genau so fühlt es sich grade an, denn die Tage sind super hart, werden aber in irgendeiner Weise entlohnt. Gefüllt mit der Pizza von Mikes-Place gehen wir 17 Meilen für einen grandiosen Sonnenuntergang.

Kitschig, oder?

Dann nur noch 8 Meilen bis zum Tagesziel: Eine Straße. Aber nicht nur irgendeine Straße, nein, denn diese Straße führt zu dem „Paradise Valley Café“ in dem es wohl mit die besten Bürger des PCT geben soll. Aber bis dahin war es im wahrsten Sinne ein einziges Auf und Ab. Diese 8 Meilen waren wohl mit die steilsten bis jetzt (oder ich war nur vom Hunger getrieben und/oder müde). Als irgendwann die Straße in Sichtweite ist, fährt ein Pick-Up-Truck vor. Ein Mann steigt aus, macht einige Fotos mit seiner Handykamera und meint, dass das wohl mal perfektes Timing sei. Es stellt sich heraus, das dieser Mechaniker einige Meilen mit dem reparierten Fahrzeug machen müsse, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung sei. Die Fotos mache er für eine Freundin, die hier in der Gegend mal gelebt habe, sie freue sich über Bilder aus der Heimat. Und natürlich würde er uns gern zum Café fahren. Uns alle (zu der Zeit waren wir wohl zu siebt). Auch wenn er zwei Touren fahren müsse. Jackpot!

Tausend Mal besser als Ramen-Nudeln

Nach dem Burger dachte ich kurz ich sei Amerikaner geworden, denn das war wohl das fettigste, was ich bis dato gegessen habe (im positivsten Sinne). Auch danach war uns das Glück hold. Wir wollten ins 18 Meilen entfernte Idyllwild um uns Vorräte zu kaufen und auch diesmal hielt jemand an. Die Frau, die vielleicht 2 oder 3 Jahre älter als wir war, meinte wir sehen viel zu ungefährlich aus um sie zu überfallen, da könne sie uns auch mitnehmen.

In Idyllwild hatten wir einiges zu erledigen. Zur Post unsere vorgeschickten Pakete abholen, irgendein Zimmer finden (es war schon etwas zu spät um zurück zum Trail zu fahren und weiter zu wandern) und vor allem Micro-Spikes kaufen. Diese kleinen Dornen für die Schuhe sind für die nächste Woche elementar, denn es geht auf 2800 Höhenmeter rauf und dort sei wohl alles vereist. Wir brauchten nur ein Paar, denn eine nette Frau im Café hatte uns ihre Spikes geschenkt. Sie brauche die nicht mehr, da sie von Süden über die Bergkette kam. Alles klar, 70 Dollar gespart.

Letztendlich haben wir im Idyllwild-Inn eingecheckt. Wir haben ein kleines Häuschen bekommen, an dem Eichhörnchen herumflitzten, wir hatten einen Fenseher, eine Küche, einen Jaccuzi (es ist keine gute Idee den Staub vom Trail im Jaccuzi loszuwerden. Das wird nur eine brodelnde Brühe) und eine echt idyllische Atmosphäre.

Ja, den Kamin haben wir genutzt

Ja, alles in allem fühlt man sich hier teilweise wirklich zwischen eigenem Dreck und Wellness-Wochenende hin und hergerissen. Aber vielleicht ist etwas Erholung nicht schlecht, denn die nächsten 6 Tage geht es über den San Jacinto, und das wird der höchste, kälteste und wohl auch gefährlichste Part in Süd-Kalifornien werden.

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